Lippische Geschichten



Sagen und Geschichten aus dem Lipperland

 

Ja in unseren schönen Lipperland sollen sich zu früheren Zeit gar Haarsträubende Dinge ereignet haben. Mein weiß nicht so recht ob man all die Geschichten glauben soll. Aber die „älteren“ Lipper erzählen Sie immer noch.

 

Die Geschichten über den Büchsenwolf, die weiße Frau vom Kaspohlteich, die Riesen vom Vierenberg und dem Tönsberg oder die über den Hirschsprung.

 

Das Lipperland ist schon ein sehr Sagenumwobenes Ländchen. Wir haben Sie neugierig gemacht? Na dann lesen Sie doch z.B. das Buch von G.Hagemann mit dem Titel:

 

Märchen, Sagen und Geschichten aus dem Lipperland

 

Hier noch ein kleiner Appetithappen welche "Wahrheiten" Sie in dem Buch erwarten:

 

  • Die Geschichte der Hornschen Schwertmänner
  • Die Geschichte der Teufelsmühle auf dem Saalberg
  • Die Sage wie die Externsteine entstanden sind
  • …oder die Geschichte des verwünschten Kirchlein zu Lügde

 

Hier nun ein paar Geschichten aus dem Lipperland in gänze:

 

Der Brunnenbau zu Sternberg

 

Am nördlichen Rande des Begatales ragt die Burg Stemberg aus dem Grün des Waldes hervor, der alte Sitz der früheren Grafen von Sternberg. Auf der Burg befindet sich ein Brunnen mit über 50 Meter Tiefe.  Um Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen muss ein Eimer über ein großes Tretrad aufgezogen und niedergelassen werden. Den Brunnen zu errichten war ein mühevolles Werk, denn der Schacht des Brunnens musste tief durch das Felsgestein gegraben werden.

 

Die Sage schreibt den Brunnenbau zwei Rittern zu, die von dem Grafen von Sternberg nach langer, blutiger Fehde besiegt worden waren und im dunklen, schaurigen Burgverlies der Burg Sternberg gefangen gehalten wurden. Die beiden hatten bereits alle Hoffnung aufgegeben, wieder befreit zu werden, da meldete ihnen der Kerkermeister eines Tages, dass er ihnen kein Wasser zum Trunke reichen könne. Die Quellen an den Abhängen des Berges seien in der Hitze des Sommers versiegt, die Brunnen in der Umgebung ausgetrocknet und die gräfliche Familie sei selber durch den Wassermangel in große Not gebracht. Sofort ließen die Gefangenen dem Grafen melden, dass sie bereit seien, mit eigener Hand einen Brunnen für Ihn zu graben, so tief, dass es ihm niemals mehr an Wasser fehlen werde, wenn er ihnen nach vollbrachter Arbeit nur die Freiheit schenken würde. Der Burgherr willigte ein.

 

Die beiden Ritter begannen voller Tatendrang die harte Arbeit und trieben den Brunnen Meter für Meter in den felsigen Untergrung. Sie arbeiteten Tag und Nacht, in der Hitze des Sommers und der Kälte des Winters. Wenn der Schweiß von der Stirn träufelte und die Hände matt werden wollten, so hielt sie die Hoffnung aufrecht, und sie verzagten nicht sondern gruben immer weiter. Die Jahre vergingen, tiefer und tiefer wurde er Brunnenschacht; noch aber war kein Wasser in Sicht. Doch dann an einem schönen Frühlingsmorgen, wurden sie noch einmal hinabgelassen in den dunklen Schacht, Ihre gewaltigen Hammerschläge dröhnten aus der Tiefe und ein lautes Freudengeschrei folgte nach. Das Wasser sprudelte aus dem Felsen hervor und begann den Brunnen zu füllen. Schnell wurden die Ritter wieder emporgezogen.

 

Die Frühlingsonne strahlte Ihnen entgegen und Welt breitete sich vor ihren Blicken aus. Die Ketten, die immer noch ihren Füße gefesselt hielten, wurden gelöst; mit dem Ruf: "Freiheit! Freiheit!" stürzten die Ritter sich einander in die Arme und sanken leblos zu Boden. Das Übermaß der Freude hatte sie getötet.

 

Der Köterberg

 

Vor langer Zeit hütete einmal ein Schäfer auf dem Köterberg nahe Polle friedlich seine Schafe. Als er sich umwandte, stand lötzlich ein schönes Königsfräulein vor ihm und sprach: "Nimm die Springwurzel und folge mir!" Die Springwurzel erhält man dadurch, dass man einem Grünspecht das Nest zukeilt. Sobald der Vogel das bemerkt, fliegt er fort und weiß die wunderbare Wurzel zu finden, die der Mensch noch immer vergeblich gesucht hat. Er bringt sie im Schnabel und will sein Nest damit wieder öffnen, denn hält er sie vor den Holzkeil, so springt dieser heraus. Macht man nun Lärm, wenn der Specht heranfliegt und hat man Glück so lässt er die Wurzel erschreckt fallen.

 

Der Schäfer ließ seine Schafe allein und folgte der Königstochter. Sie führte ihn durch eine Höhle in das innere des Berges hinein. Bald kamen sie zu einer Tür, dort musste er die Wurzel benutzen und die Tür sprang auf. So kamen sie bis mitten in den Berg. Dort war ringsum in Körben Gold und Silber aufgehäuft und die Königstochter sprach zu dem Schäfer: "Nimm dir, so viel du tragen kannst!" Er griff in die Körbe und füllte seine Taschen. Als er nun schwer beladen wieder fortgehen wollte, sprach sie zu ihm: "Vergiss aber das Beste nicht!"' Er glaubte sie meinte die Schätze und er glaubte sich gut versorgt zu haben. Aber sie meinte die Springwurzel, die er auf einen Tisch gelegt hatte. Als er nun ohne die Wurzel hinaustrat, schlug die Tür mit lautem Knall nahe hinter ihm zu, so dass es ihn fast an der Hacke erwischt hätte.

 

Die großen Reichtümer brachte er zwar glücklich nach Hause, aber den Eingang zur Kammer konnte er nicht wiederfinden.

 

Der Hirschsprung

 

Einst verlor der Graf im Eifer der Jagd sein gesamtes Gefolge, so dass er allein im Wald umherritt. Da sah der Graf nicht weit von sich ein Rudel Rotwild auf einer Lichtung stehen. Auf einer Anhöhe in der Nähe des Rudels erkannte der Graf einen kapitalen Hirsch.

 

Als der Graf sich näherte, sprang der Hirsch davon. Der Graf aber setzte ihm im dichten Wald nach um ihn allsbald zu erlegen. Hin und her ging die Hatz durch den Forst, bis der Hirsch schließlich vor einem Abgrund stand. Der Graf war nah und so sprang der Hirsch in seiner Not von der Berghöhe ins Tal. Das Pferd des Grafen setzte nach, stürzte und begrub den Reiter unter sich.

 

Als die das Gefolge den Grafen endlich fand, war er bereits tot.