Der lippische Schütze

Geschichte der lippischen Schützen

Als lippischen bzw. Lipper Schützen wurden die Soldaten bezeichnet die als Infanterie-Einheit des Fürstentum Lippe dienten. Diese Einheit wurde zuerst im Rheinbund eingesetzt und in späterer Zeit dann in den deutschen Bundesheeren und letztendlich in der preußischen Armee.

 

Die Schützen trugen ursprünglich eine blau-rot-weiße Uniform in Anlehnung an die Unformen der französischen Soldaten. Im Jahre 1807 werden die lippischen Schützen das erstmals in Bataillonsstärke schriftlich erwähnt. In Verbindung mit der schaumburgisch-lippischen Kompanie bildeten die lippischen Schützen das II. Bataillon des 5. Infanterieregiments der Fürstendivision des Rheinbundes.Diese Kompanie wurde in den Kämpfen 1809 in Tirol und 1809/1810 in Spanien eingesetzt. Auch am Russlandfeldzug nahm die Kompanie im Jahr 1812 teil. Dort wurde ihr die Aufgabe übertragen den Rückzug der Truppen aus Moskau zu sichern. Am 27. Mai 1867 wurde das Bataillon der lippischen Schützen aufgelöst und sie wurden dem III. Bataillon des 6. Westfälischen Infanterie-Regiments Nr. 55 zugeteilt und waren ab diesem Zeitpunkt ein Teil der preußischen Armee.

 

Der lippische Schütze hielt Einzug in einige Liedtexte und Volklieder in der heimatlichen Region. Die Region und der Schütze sind tief mit einander verwurzelt und so ziemlich jeder Lipper kennt den lippischen Schützen an sich und die meisten kennen auch das alte Volkslied "Zu Siebzig, da zogen die Lippischen Schützen".

 

Eine Abbildung des lippischen Schützen gab es nach dem Ersten Weltkrieg auf dem 50 Pfennig Notgeldschein der Stadt Detmold, allein daher kann man schon den Bekanntheitsgrad dieser lippischen Einheit ableiten. In Lemgo wird noch heute ein Wacholderschnaps gebrannt der den Namen "Lipper Schütze" trägt und auch in einer dem Soldaten nachempfundener Flasche verkauft wird.